Aktuelle Informationen zur
Sicherheitslücke
National Instruments hat eine Sicherheitslücke im NI-PAL Kernel-Treiber veröffentlicht. Da NI-PAL Bestandteil vieler NI-Treiberinstallationen ist, kann die Komponente auch auf von NOFFZ gelieferten Testsystemen installiert sein.
Betroffen sind Windows-Systeme mit NI-PAL-Version 26.3.1 oder älter. NI empfiehlt, diese Systeme auf NI-PAL 2026 Q3 oder eine neuere Version zu aktualisieren. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren laut NI keine bekannten Exploits für die Schwachstelle bekannt.
Welche Sicherheitslücke wurde festgestellt?
Die Schwachstelle betrifft den NI-PAL Kernel-Treiber. Sie kann es einem lokal angemeldeten und authentifizierten Benutzer ermöglichen, seine Berechtigungen zu erweitern und beliebigen Code auszuführen.
NI-PAL ist eine Infrastrukturkomponente, die von zahlreichen NI-Treibern verwendet wird. Deshalb kann die Schwachstelle unterschiedliche NI-Software- und Hardwarekonfigurationen betreffen, einschließlich Komponenten, die in kundenspezifischen NOFFZ Testsystemen eingesetzt werden.
Warum kann das Update die Systemverfügbarkeit betreffen?
Neben dem eigentlichen Sicherheitsrisiko kann die Schwachstelle Auswirkungen auf den Betrieb eines Testsystems haben.
Microsoft Windows verwendet eine Sperrliste für als verwundbar eingestufte Treiber. Laut NI kann Windows betroffene NI-PAL-Komponenten bereits ab dem 10. November 2026 blockieren, wenn diese Sicherheitsfunktion aktiviert ist. In diesem Fall können NI MAX, der NI Hardware Manager, Gerätetreiber oder davon abhängige Hardwarefunktionen Fehler anzeigen oder nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren.
Aus diesem Grund empfiehlt NOFFZ, die installierte NI-PAL-Version rechtzeitig zu überprüfen und ein erforderliches Update kontrolliert einzuplanen.
Welche Systeme sind betroffen?
Eine Überprüfung ist für Systeme erforderlich, auf denen:
- Microsoft Windows als Betriebssystem eingesetzt wird,
- NI-Software oder NI-Hardware installiert ist und
- NI-PAL in Version 26.3.1 oder älter vorhanden ist.
Nach Angaben von NI ist die Microsoft-Sperrliste für verwundbare Treiber unter Windows 11 standardmäßig aktiviert. Unter Windows 10 ist sie nicht standardmäßig aktiviert, kann jedoch durch den Anwender oder die IT-Organisation aktiviert worden sein.
Auch Linux-Systeme mit einer betroffenen NI-PAL-Version weisen laut NI die zugrunde liegende Sicherheitslücke auf. Die Windows-spezifische Blockierung gilt dort jedoch nicht.
So prüfen Sie die installierte NI-PAL-Version
- Öffnen Sie den Ordner
%WinDir%\System32\drivers. - Suchen Sie die Datei
nipalk.sys. - Öffnen Sie über die Dateieigenschaften die Registerkarte Details.
- Prüfen Sie den Eintrag Produktversion.
Ist Version 26.3.1 oder älter installiert, empfiehlt NI die Aktualisierung auf NI-PAL 2026 Q3 oder eine neuere Version.
Empfohlene Aktualisierung
NI stellt NI-PAL 2026 Q3 als aktualisierte Version bereit. Das Update kann über den NI Update Service oder mithilfe des Offline-Installationspakets auf der NI-PAL-Downloadseite installiert werden.
Bei Verwendung des NI Update Service kann zunächst eine Aktualisierung des NI Package Managers erforderlich sein, damit das NI-PAL-Update angezeigt wird. Nach der Installation ist ein Neustart des Systems erforderlich.
Weiterführende Informationen:
- NI Security Advisory: Local Privilege Escalation in NI-PAL
- Erforderliches NI-PAL Sicherheitsupdate
- NI-PAL 2026 Q3 herunterladen
Die NI-PAL-Downloadseite beschreibt NI-PAL als erforderliche Infrastrukturkomponente vieler NI-Treiberprodukte. Die separate Installation dient dazu, NI-PAL zu aktualisieren, ohne gleichzeitig die Version des jeweiligen NI-Treibers zu ändern.
Empfehlung für produktionskritische Testsysteme
Für produktionskritische oder validierte Systeme empfiehlt NOFFZ ein kontrolliertes Vorgehen:
- installierte NI-PAL-Version überprüfen,
- bei Version 26.3.1 oder älter ein Wartungsfenster für das Update einplanen,
- aktuelle Systemkonfiguration und relevante Einstellungen dokumentieren,
- NI-PAL 2026 Q3 oder neuer installieren,
- das System neu starten,
- anschließend eine Funktionsprüfung des Testsystems durchführen.
NOFFZ führt parallel Tests auf repräsentativen Systemen durch, um Erfahrungen mit Installation und Kompatibilität in typischen Testsystemkonfigurationen zu sammeln. Diese Vorgehensweise wurde auch in der internen Kundenkommunikation zum NI-PAL-Update festgehalten.
Funktionsprüfung nach dem Update
Nach dem Neustart empfiehlt NI folgende Prüfungen:
- Kontrollieren, ob die Geräte im NI Measurement & Automation Explorer, kurz NI MAX, oder im NI Hardware Manager vorhanden sind.
- Device Self-Test für die eingesetzten Geräte durchführen.
- Device Reset durchführen.
- Ein Test Panel, Beispielprogramm oder eine Testapplikation mit der eingesetzten Hardware ausführen.
- Bei produktionskritischen Systemen den vorgesehenen Testablauf vollständig überprüfen.
Diese Prüfungen sollen bestätigen, dass die eingesetzte NI-Hardware und die davon abhängigen Anwendungen nach dem Update weiterhin ordnungsgemäß funktionieren.
Kein allgemeines Windows- oder Treiber-Upgrade erforderlich
Das beschriebene Vorgehen betrifft gezielt die Aktualisierung der NI-PAL-Komponente.
Nach Angaben von NI:
- ist kein Wechsel auf eine neuere Windows-Version erforderlich,
- ist kein allgemeines Upgrade aller eingesetzten NI-Treiber erforderlich und
- ist das gezielte NI-PAL-Update mindestens bis NI-PAL 17.0 rückwärtskompatibel.
Bestehende, validierte Windows-Installationen müssen daher nicht allein aufgrund dieses NI-PAL-Updates auf eine andere Windows-Version migriert werden.
NI rät davon ab, die Microsoft-Sperrliste für verwundbare Treiber als allgemeinen Workaround zu deaktivieren, da dadurch der Windows-Schutz vor bekannten verwundbaren Kernel-Treibern reduziert wird.
Unterstützung durch NOFFZ
Wenn Sie Unterstützung bei der Bewertung eines von NOFFZ gelieferten Testsystems benötigen, stellen Sie bitte möglichst folgende Informationen bereit:
- Bezeichnung oder Seriennummer des Testsystems,
- eingesetzte Windows-Version,
- installierte NI-PAL-Version,
- verwendete NI-Hardware und NI-Treiberversionen,
- Beschreibung der produktions- oder validierungsrelevanten Testanwendung.
NOFFZ kann auf dieser Grundlage die systemspezifische Situation prüfen und das weitere Vorgehen mit Ihnen abstimmen.
Wir sind für Sie da!
Service Team
Stand: 5. Oktober 2026
Diese Seite fasst die zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren Informationen zusammen. Maßgeblich sind die aktuellen Sicherheitshinweise und Downloadinformationen von National Instruments.